27.01.2013
18:07

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 2

Führungsleitsatz 2

Ziele setzen  

   Sehr häufig treffen wir im Rahmen unserer Tätigkeit in Unternehmen Mitarbeiter an, die stoisch von morgens 8:00 Uhr bis abends 17:00 Uhr ihr Pensum abspulen. Sie fragen nicht „warum und wieso?“ und machen eben das, was sie glauben, von ihnen verlangt wird. Bei konkreter Nachfrage nach dem vom Chef erwartenden Arbeitspensum, nach den möglichen Absatzzielen, dem Unternehmensziel oder der Unternehmensstrategie zucken sie meist nur mit den Schultern oder man erhält pauschale Antworten wie z.B. „so viel als möglich“.

Mitarbeiter sollen den Sinn ihrer Arbeit erkennen. Sie benötigen ein Ziel vor Augen, um zu wissen, warum sie diese oder jene Tätigkeit ausführen. Es spornt an und hilft, richtige Prioritäten im Alltag zu setzen. Unternehmer sind also gut beraten, Ziele zu setzen, um das Engagement und den Teamgeist zu stärken. Es gilt, die Mitarbeiter auf besondere Herausforderungen des Geschäfts einzuschwören. Das kann eine Bedrohung durch einen Mitbewerber sein, die Gegenwirkung auf Entwicklungen am Markt oder die Einführung eines einmaligen Produkts.

Ziele und Visionen haben eine sehr starke Zugkraft. Jeder Mensch, der sich ernsthaft um die Erreichung eines konkret benannten Ziels bemüht, wird in aller Regel sehr viel dafür tun, um es auch zu erreichen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass der Mensch dieses Ziel auch wirklich erreichen will und bei entsprechender Anstrengung auch kann, d.h., er muss sich mit dem Ziel identifizieren und es muss tatsächlich erreichbar sein. Ziele sollten daher spezifisch, zeitlich begrenzt, objektiv messbar und realistisch gesetzt werden.

In vielen Unternehmen werden die Ziele – wenn überhaupt – von der Führungsetage vorgegeben und den Mitarbeitern präsentiert. Man könnte es auch anders formulieren: sie werden einfach vorgesetzt nach dem Motto „friss oder stirb!“. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Mitarbeiter die Ziele nicht als ihre eigenen betrachten, sondern als den absurden Wunsch des Chefs. Damit die Mitarbeiter die Ziele auch mit der zur Verfügung stehenden Energie verfolgen, ist es notwendig, sie in die Zielfindung mit einzubinden und sie an der Vision zu beteiligen. Unternehmer sollten nicht nur nach Ideen und Vorschlägen fragen, sondern auch berechtigte Ängste und Bedenken akzeptieren. Dies bedeutet konkret nicht, dass Mitarbeiter ihre Ziele selbst vorgeben. Dies führt in aller Regel zu wenig sinnvollen Ergebnissen. Aber sie sollen erkennen, warum ein Ziel notwendig ist, welche Konsequenzen die Nichterreichung mit sich bringt und welche Annehmlichkeiten und positiven Auswirkungen als Folge der Zielerfüllung einhergehen. Alle Beteiligten müssen sich in den Zielen wiederfinden. Die Entscheidung über die endgültigen Ziele liegt unabhängig aller Vorschläge immer beim Unternehmer selbst. Sind seine Entscheidungen nachvollziehbar, werden sich auch alle Mitarbeiter dafür einsetzen.

Die Ziele müssen klar formuliert und können durchaus anspruchsvoll sein. Nur konkret definierte Ziele lassen sich auch nachverfolgen. So ist es notwendig, während des vorgegebenen Gesamtzeitraumes regelmäßig den Stand der Zielerreichung zu prüfen. Vorher festgelegte zeitanteilige Ziele sind hierfür hilfreich. Bei gravierenden Abweichungen sollten durch das Team zeitnah entsprechende Maßnahmen definiert werden, die trotz veränderter Bedingungen die Zielerreichung weiter möglich machen. Die Veränderung einzelner Schritte ist mit allen Beteiligten offen zu kommunizieren. Ziele setzen und Mitarbeiter in Entscheidungen mit einbinden ist keine Schwäche, sondern die Stärke eines professionell geführten Unternehmens. Dieser Unterschied entscheidet häufig über den nachhaltigen Erfolg.

"Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt!" (Mark Twain)
                                                                   

                                                                                          Leitsatz 3  

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20.01.2013
19:09

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 1

Führungsleitsatz 1

Vorbild sein

   Von einer Führungskraft wird erwartet, dass sie mit gutem Vorbild voran geht. Wer als vorbildlich eingestuft wird, ist abhängig von den gesellschaftlich gültigen Wertevorstellungen und Normen. Vorbild sein heißt daher, durch seine Persönlichkeit und sein Handeln anderen Menschen eine Orientierung geben. Dies beinhaltet aber auch, dass man sich nicht selbst zum Vorbild wählen kann. Die Mitmenschen müssen die Person als Vorbild anerkennen.

Wer den Respekt seiner Mitarbeiter und den notwendigen Rückhalt erwerben will, muss glaubwürdig und verlässlich sein. Wer andere Menschen – im Unternehmen also seine Mitarbeiter – zu  einem bestimmten Handeln bringen will, muss selbst tun, was er von ihnen einfordert. Es macht keinen Sinn, Werte in den Raum zu stellen, die im eigenen Alltag nicht beachtet werden.  Pünktlichkeit und die Einhaltung getroffener Zusagen sind eine Selbstverständlichkeit. Ein Chef, der ständig zu spät kommt, wird seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht davon überzeugen können, wie wichtig Pünktlichkeit ist. Wer Zusagen mal einlöst und mal auch nicht, braucht sich nicht zu wundern, wenn andere seine Vorgaben nicht ernst nehmen. Ein Unternehmer, der „sparen“ als oberstes Gebot ausgibt, wird nicht erreichen, dass die Arbeitnehmer auf Kosten achten, wenn er darauf hin selbst mit dem nagelneuen Rolls Royce als Firmenwagen vorfährt.

Als Unternehmer ist es durchaus möglich, „Ecken und Kanten“ zu haben, wenn konsequent zum eigenen Wort gestanden wird und die verlangten Werte auch vorgelebt werden. Ein derartiger Unternehmer ist vielleicht nicht bei allen Mitarbeitern beliebt – das muss er auch nicht. Er wird aber sicherlich respektiert. Die Arbeitnehmer sehen einen Chef, an dem sie sich orientieren können.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, Ich kenn auch die Herren Verfasser; Ich weiß, sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser.  (Heinrich Heine)


Leitsatz 2    

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19.01.2013
19:31

Führungsleitsätze für Unternehmer

Erfolgreich führen - Leistung fordern

Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel beeinflussen längst die betriebliche Entwicklung. Unternehmer sind mehr denn je gefordert, ihr „wichtigstes Kapital“, ihre Mitarbeiter, zu motivieren. Häufig haben sie aber nie gelernt, Menschen zu führen. Die zehn Leitsätze zur Mitarbeiterführung sollen helfen, den Führungsalltag zu erleichtern.

Als Unternehmer eines mittelständischen Betriebes ist man heute in verschiedener Hinsicht gefordert.  Im Vordergrund steht nicht nur hohe Flexibilität, um schnell auf die ständig wechselnden Bedürfnisse der Kunden und des Marktes reagieren zu können, es ist auch erforderlich, sich mehr als früher betriebsinternen Themen zu stellen. Nicht nur organisatorische Strukturen stehen hier im Vordergrund, das Thema Personal gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gute Fachkräfte und erfahrene Mitarbeiter spielen immer mehr eine wesentliche Rolle für die Unternehmensentwicklung. Auf Grund der demografischen Entwicklung ist dieses Personal nicht mehr einfach zu ersetzen. Es ist daher wichtig, gute und erfahrene Mitarbeiter „bei der Stange zu halten“.

Kein Unternehmer kann es sich heute mehr leisten, Talente zu vergraulen und vorhandene Potenziale ziehen zu lassen. Mitarbeiter entscheiden sich in aller Regel aber immer für das Unternehmen – und nicht für den Chef. Gerade in kleinen und mittelständischen Familienunternehmen ist der Chef aber auch „das“ Unternehmen. Missfällt dem Mitarbeiter das Klima, dass der Unternehmer erzeugt, wird er sich einen anderen Job suchen. In manchen Fällen kann das erhebliche Konsequenzen für den Betrieb nach sich ziehen. Der Unternehmer ist daher mehr denn je gefordert, die Arbeitszufriedenheit der Belegschaft zu verbessern. In einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft bestätigte bereits jedes zweite Unternehmen, dass die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen immer wichtiger wird.

Die Unternehmer sehen sich nun in einer Lage, in der sie einen Spagat meistern müssen. Auf der einen Seite sollen sie ihre Angestellten motivieren, auf der anderen Seite sind sie gezwungen, von jedem Einzelnen mehr zu fordern. Zudem verlangen Mitarbeiter heute mehr Mitbestimmung als in der Vergangenheit. Meinungsverschiedenheiten mit dem Unternehmer sind vorprogrammiert. Zumal wenn der Chef Ziele formuliert und noch mehr Leistung einfordert. Hier den richtigen Führungsstil zu finden, ist nicht einfach.

Aus unserer langjährigen Erfahrung in der Führung von Mitarbeitern und aus vielen Gesprächen mit Unternehmern in den letzten Jahren stellen wir zehn Führungsleitsätze vor, die helfen sollen, Mitarbeiter erfolgreich zu führen. Sicherlich kommt manches bekannt vor und scheint trivial zu sein. Doch die Praxis zeigt, dass nicht wenigen Unternehmern die Umsetzung im täglichen Einsatz enorm schwer fällt.

In lockerer Reihenfolge werden wir jeweils montags die Leitsätze in unserem Blog
veröffentlichen:

                                                                                       veröffentlicht:

Leitsatz 1:       Vorbild sein                                           mehr >>

Leitsatz 2:       Ziele setzen                                           mehr >>

Leitsatz 3:       Leistung anerkennen                            mehr >>

Leitsatz 4:       Fehler zulassen                                      mehr >>

Leitsatz 5:       konsequent handeln                              mehr >>

Leitsatz 6:       Zuhören                                                mehr >>

Leitsatz 7:       Mitsprache zulassen                             mehr >>

Leitsatz 8:        Freiheiten einräumen                          mehr >>

Leitsatz 9:        Verantwortung delegieren                   mehr >>    

Leitsatz 10:      Feedback geben                                   mehr >>

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