24.02.2013
19:58

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 6

Zuhören

In vielen Gesprächen mit Mitarbeitern haben wir  festgestellt, dass es den Angestellten sehr wichtig ist, dass der Chef ihnen zuhört – eine Eigenschaft, die in vielen Unternehmen anscheinend stark vernachlässigt wird, denn sonst würde dieser Punkt bei den Angestellten keinen so hohen Stellenwert erreichen.

Viele Unternehmer sind der Ansicht, dass ihnen auf Grund der Position von Haus aus die größeren Redeanteile zustehen. Schließlich hat der Chef das Sagen! Vor diesem Hintergrund haben Mitarbeiter selten die Gelegenheit, eigene Ideen und eigene Sichtweisen einzubringen.  Dies führt häufig zu Missverständnissen und lässt vor allem Potenziale im Unternehmen einfach brach liegen.

Sicherlich ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie mit einem Menschen reden wollten und Sie erkennen mussten, dass diesem Menschen die eingehenden E-Mails oder die Nachrichten auf seinem IPhone wesentlich wichtiger waren als Ihre Ausführungen. Was haben Sie sich in dieser Situation gedacht, wie hat diese Situation Ihr künftiges, weiteres Verhalten beeinflusst?

Mitarbeiter wollen die Aufmerksamkeit Ihres Chefs. Sie wollen wahrgenommen werden. Hierfür genügt häufig schon ein einfaches  „guten Morgen“ oder eine simple Nachfrage „wie geht es Ihnen?“   vielleicht  auch „wie war das Wochenende?“. Wichtig ist in jedem Fall die Zuwendung zum Gesprächspartner: Körperzuwendung, Lächeln, Blickkontakt.  Fragen Sie als Unternehmer nach persönlichen Belangen Ihrer Mitarbeiter:  konnte das Problem in der Schule mit dem Sohn gelöst werden?  Wie hat der Urlaub auf Mallorca gefallen? Zuhören schafft Vertrauen. Vertrauen ist die Basis einer positiven Zusammenarbeit.

„Aktives Zuhören“ geht noch einen ganzen Schritt über reines Zuhören hinaus. „Aktives Zuhören“ bedeutet Ausstrahlung von Kompetenz in der Gesprächsführung – nicht nur im Gespräch mit den Mitarbeitern. „Aktives zuhören“ bedeutet wirkliches Interesse am Gesagten, Interesse am Gesprächspartner und Interesse an dessen Meinung. Es ist ein deutliches Zeichen von Wertschätzung. Beim „aktiven Zuhören“ wird der Gesprächspartner durch gezieltes Nachfragen ermuntert, weitere Details zum Sachverhalt zu äußern. Wer aktiv zuhört, erfährt mehr über seine Mitarbeiter und ihre Motive.

In der täglichen (beruflichen) Kommunikation bringt aktives Zuhören schnell sichtbare Erfolge. Mitarbeiter öffnen sich, es werden andere Sichtweisen eingebracht. Neue Ideen bringen schnellere Erfolge, die Motivation, die Einsatzbereitschaft und die Identifikation der Belegschaft steigen.


"Solange man selbst redet, erfährt man nichts".   (Marie von Ebern-Eschenbach)


                                                                                  
Leitsatz  7  

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17.02.2013
20:12

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 5

Konsequent handeln

      Wer kennt es nicht aus eigener Erfahrung: Alle Tätigkeiten, die lästig erscheinen, werden möglichst weit nach hinten geschoben oder der Versuch unternommen, sie überhaupt erst nicht auszuführen. Erst wenn es kein Entrinnen mehr gibt, wird die Sache angegangen, aber auch nur langsam und eher zögerlich, vielleicht auch nur halbherzig. Die Ausprägung ist selbstverständlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber dem Grunde nach neigen wir alle mehr oder weniger  dazu, uns unangenehme Dinge auf die lange Bank zu schieben. Erst wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt, weil Konsequenzen – gleich welcher Art – im Raum stehen, gehen wir die Sache an. 

Wenn also Mitarbeiter die Anweisungen des Unternehmers nicht oder nur unzureichend befolgen, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass sein Verhalten nicht konsequent genug ist.

Immer wieder kommt uns der Satz zu Ohren: „Bevor ich es drei Mal erkläre und es dann doch falsch gemacht wird, mache ich es lieber selbst“. Dies ist selbstverständlich eine Lösungsmöglichkeit, die zum gewünschten Ziel führt, aber „sicherlich nicht der eigentliche Zweck der Übung“.

Anweisungen des Unternehmers sind im vorgegebenen Zeitrahmen und im gewünschten Umfang vollständig und ordnungsgemäß auszuführen. Wenn der Unternehmer sich beim Mitarbeiter nicht über den Stand der Arbeit erkundigt und sich den Ablauf und die Umsetzung nicht zeigen lässt, braucht er sich nicht zu wundern, wenn nach Zeitablauf nichts geschehen ist. Denn Ausflüchte, warum der Mitarbeiter an der Umsetzung gehindert wurde, sind schnell bei der Hand. Ein  Unternehmer, der nicht nachfragt, nicht kontrolliert und Resultate überprüft, wird von den Mitarbeitern nicht ernst genommen. Sehr schnell wird von der Belegschaft dann der bequemste Weg eingeschlagen und den Anweisung nicht – oder wenn überhaupt – nur ungenügend nachgekommen.

Ist dagegen jedem bekannt, dass der Chef immer konsequent nachfragt und eine stichprobenartige Kontrolle stattfindet, ist es sicher, dass den Anweisungen Folge geleistet wird. Sehr schnell werden die Mitarbeiter registrieren, dass es dem Unternehmer ernst ist mit seinen Anordnungen und sie werden ihr Verhalten darauf einstellen. Reden und Handeln harmonieren miteinander. Nur, wenn wir tun, was wir sagen, können in der Konsequenz – also in der Folge – auch die gewünschten Erfolge erzielt werden.

Aufgabe des Unternehmers ist es nicht, die Arbeit letztlich selbst auszuführen, sondern störende Ursachen zu beseitigen und den Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, dass er die gewünschte Tätigkeit im geforderten Umfang durchführen kann. Ist ihm dies dann weiterhin nicht möglich, sollte auch hier ein konsequentes Verhalten an den Tag gelegt werden.

Führen bedeutet auch, wiederholtes Fehlverhalten zu ahnden. Dies bedeutet für den Unternehmer aber dann auch zumindest ein oder mehrere wahrscheinlich unangenehme Gespräche zwischen ihm und dem Mitarbeiter      . . .  aber dem Grunde nach neigen wir alle mehr oder weniger dazu, uns unangenehme Dinge auf die lange Bank zu schieben. Dann ist es doch einfacher, die Arbeit wieder selbst zu erledigen.

„Das einzige, was ich konsequent durchziehe, ist meine ewige Inkonsequenz.“  (Oscar Wilde)

                                                               
              Leitsatz 6  

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10.02.2013
18:28

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 4

Fehler zulassen

Fehler zulassen

Fehler passieren, überall und in jedem Unternehmen. Aber der Umgang mit Fehlern ist in den einzelnen Unternehmen sehr unterschiedlich. Immer häufiger finden sich in jedoch in Führungsgrundsätzen Formulierungen in die Richtung, dass Fehler gemacht werden dürfen. Die Unternehmen glauben sich hier als besonders progressiv und zeitgemäß darstellen zu können. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Fehler sollen grundsätzlich immer vermieden werden. Aber es ist ein Unterschied, wie das Management mit Fehlern umgeht, wenn sie doch einmal passieren.

Fehler werden immer vorkommen, mit und ohne Computer. Somit sollte im Unternehmen eine positive Kultur im Umgang mit Fehlern durch die Geschäftsführung gepflegt werden. Fehler dürfen nicht sofort drastische Sanktionen nach sich ziehen oder gar in jedem Fall den Arbeitsplatz kosten. Es gilt, die Mitarbeiter anzuhalten, Fehler einzugestehen und konstruktiv die Ursachen hierfür zu ermitteln. Fehler können passieren, manchmal sind sie sogar wichtig für die Entwicklung, aber immer nur unter der Voraussetzung, aus ihnen zu lernen. Die Ursachen für Fehler müssen erkannt und gebannt werden.

Die oberste Maxime im Unternehmen ist daher: Fehler sind zu vermeiden. Ausgehend von diesem Leitsatz ist zu differenzieren:

Anfänger dürfen Fehler machen. „Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen“, spricht der Volksmund. Ausbildung und Training haben langfristig aber nur ein Ziel: künftig die Wahrscheinlichkeit für Fehler zu reduzieren.

Es ist immer mit Fehlern zu rechnen. Auch „gestandene“ Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung machen Fehler. Wichtig ist, dass im Unternehmen dann eine konstruktive Art und Weise im Umgang herrscht. Der Mitarbeiter muss offen und ehrlich über den Fehler mit dem Chef reden können. Probleme entstehen spätestens dann, wenn aus Angst und Verzweiflung der Fehler verheimlicht oder sogar vertuscht wird. Je schneller ein Fehler zugegeben und aufgedeckt wird, desto geringer ist der Schaden. Ein guter Unternehmer richtet in diesem Moment den Blick nach vorne, sucht eine für alle Seiten vertretbare Lösung und akzeptiert, dass der Fehler passiert ist. Nun sind die Folgen daraus zu minimieren und der Schaden gering zu halten.

Allerdings gibt es Fehler, die dürfen generell nicht passieren, da sie für den Einzelnen oder für das Unternehmen existenzbedrohend sind. Denken Sie z.B. an einen Operationssaal im Krankenhaus oder an die Aufgabenstellung an einen Flugkapitän. In jeder Organisation gibt es Dinge, die nicht passieren dürfen. Im Kreditinstitut ist es die Verletzung des Bankgeheimnisses, beim Arzt die Verletzung der Schweigepflicht. Und trotzdem: auch diese Fehler passieren.

Unternehmen, die konstruktiv mit Fehlern umgehen, erreichen ihre Ziele schneller und erwirtschaften in aller Regel bessere Renditen. Und nicht immer ist ein Fehler ein Zeichen von Unfähigkeit: häufig zeigt ein Fehler auch, dass versucht wurde, einen neuen Weg zu gehen. Von der Innovation lebt ein Unternehmen.


„Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher, als unsere Erfolge“  (Henry Ford)


                                                                                          Leitsatz 5    

 

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02.02.2013
17:54

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 3

Leitsatz 3

Leistung anerkennen

   Für die meisten Unternehmer ist die Aufforderung, die Leistung ihrer Mitarbeiter anzuerkennen gleich bedeutend mit der Aufforderung nach einer Gehaltserhöhung. Allein aus diesem Grund erfolgt die Leistungsanerkennung nur in sehr wenigen mittelständischen Betrieben, da man logischerweise die Kosten nicht unnötig aufblähen will.

Allerdings haben wissenschaftliche Studien mehrfach belegt, dass der Mensch nicht nur nach Geld strebt. Vielmehr ist ihm die soziale und öffentliche Anerkennung in seinem gewohnten Umfeld um ein Vielfaches wichtiger. Auch und gerade daher am Arbeitsplatz. Lob und Anerkennung zur rechten Zeit können wesentlich effektiver sein als eine Gehalterhöhung oder einmalige Bonuszahlung, die schnell auch wieder in Vergessenheit gerät. Fehlen Lob und Anerkennung, droht „Dienst nach Vorschrift“ mit der Folge, dass ein Unternehmen richtig Geld verliert.

Im Rahmen unserer langjährigen beruflichen Tätigkeit haben wir immer wieder Führungskräfte erlebt, die bei der Mitarbeitermotivation nach dem Motto handelten „wenn ich den Mitarbeiter nicht zusammenfalte, kann er davon ausgehen, dass ich mit seiner Arbeit zufrieden bin“.  Von uns durchgeführte Mitarbeiterbefragungen bestätigen, dass dies in Betrieben kein Einzelfall ist. Gerade auch die fränkische Mentalität ist besonders sparsam mit Lob und Anerkennung. Des Frankens höchstes Lob heißt „passd scho“!  In unserem Landstrich gilt es daher besonders, sich diesem Thema bewusst zu stellen.

Selbst über viele Jahre in unterschiedlichen Führungspositionen tätig, hat es sich aus unserer Sicht als grundlegende Einstellung bewährt, jeden Mitarbeiter so zu behandeln, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte. Diese „Wertschätzung“ steht jedem Mitarbeiter zu. Zum Thema Wertschätzung gehört auch ein Mindestmaß an Freundlichkeit und höflichem Umgangston. Es sollte nicht schwer fallen, eine Handlungsanweisung mit dem Wort „bitte“ zu versehen oder als Chef zu Beginn des Arbeitstages ein freundliches „Guten Morgen“ zu wünschen.

Anerkennung geht über Wertschätzung hinaus. Sie ist die Vorstufe zum eigentlichen Lob. Anerkennung sollte ein Unternehmer für die „normale“ geleistete Arbeit erteilen. Sie ist immer dann angebracht, wenn gute Arbeit geleistet wird, ohne dabei besonders herausragend zu sein. Anerkennung würdigt die Arbeitsleistung bei „Normalbetrieb“ und sollte daher regelmäßig erfolgen. Bedanken Sie sich z.B. bei Ihrer Assistentin, dass sie Ihnen täglich den Rücken freihält. Bedanken Sie sich bei Ihrem Arbeiter, dass er die Aufgabe für Sie erledigt hat.

Das Lob geht einen ganzen Schritt über die regelmäßige Anerkennung hinaus und sollte wohldosiert, zur richtigen Zeit und gut formuliert erfolgen. Es ist die Würdigung besonderer, außergewöhnlicher Leistungen, die so nicht zu erwarten sind oder waren.

Voraussetzung für diese Art der Mitarbeitermotivation ist es, dass jeder im Betrieb die erwartete „Normalleistung“ kennt. Der Unternehmer und Chef ist daher gefordert, für die vorhandenen Arbeitsplätze Stellenbeschreibungen zu haben. Im eigenen Interesse, im Interesse des Unternehmens, der Kunden und auch der Lieferanten ist er gehalten, seinen Mitarbeitern seine Erwartungen an sie und die geforderte Arbeitsleistung klar und konkret zu definieren.

„Gute Arbeit wird durch ein stärkendes Umfeld gefördert. Würdelose Behandlung untergräbt sie.“   Else Pannek

 

Leitsatz 4    

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