16.03.2015
14:53

Gründerszene - hopp oder top?

Kein Institut ist am Existenzgründungsgeschehen in Deutschland näher dran als die KfW. In einer Umfrage im Jahr 2014 gaben 25% der Erwerbstätigen an, dass die Selbständigkeit für sie eine Option ist. Die tatsächlichen Gründungen zeigen jedoch ein komplett anderes Bild!

So ist die Zahl der Existenzgründer in den vergangenen zehn Jahren von knapp 1,5 Mio. auf nur noch 868.000 pro Jahr zurückgegangen. Gezählt wurden hier alle Gründungen im Voll- und im Nebenerwerb. Die Gründungstätigkeit hat also stark nachgelassen.

Insbesondere sog. "Notgründungen" aufgrund mangelnder Erwerbsalternativen wurden deutlich weniger. Daher ist der Anteil der Chancengründer, die mit einer konkreten Geschäftsidee sich verstärkt in die Selbständigkeit "gewagt" haben, in Relation gestiegen. Insbesondere der High-Tech-Bereich wird von Existenzgründern favorisiert, da hier statistisch gesehen die Cahncen auf ein überdimensionales Wachstum immer im Vordergrund stehen.

Welche Gründungshemmnisse halten Menschen vom Schritt in die Selbständigkeit ab:

  • das finanzielle Risiko einer Selbständigkeit
  • die Vorteile, die man als Arbeitnehmer hat
  • fehlende Unternehmerpersönlichkeit
  • die Angst vorm Scheitern
  • eine zu hohe Verantwortung oder Belastung sowie
  • ein zu geringes Image der Selbständigkeit


Alles nachvollziehbare Gründe, die noch immer von einer Existenzgründung abhalten. Und obwohl das Insolvenzrecht deutlich gelockert wurde, hat dies nicht die erhoffte Wirkung erzielt und Ängste vor der Selbständigkeit abgebaut. Im neuen Insolvenzrecht wurde geregelt, dass die Schulden nach spätestens fünf Jahren Wohlverhaltensphase erlassen werden. Ein eigentlich überschaubarer Zeitraum, der das finanzielle Risiko deckelt.

Den vollständigen Artikel  "Wo ein Wille, da ein Weg?" - mit vielen interessanten Details und Erklärungen - können Sie direkt bei der KfW unter nachstehendem Link abrufen.

https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-Nr.-82-Februar-2015.pdf


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Tags: existenzgründung, selbständigkeit, gründung, risiko, sperberscholz
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Verdienen Selbständige genug?

Selbständig machen oder doch im Angestelltenverhältnis bleiben? Der Schritt in die Selbständigkeit birgt für viele Menschen noch immer ein hohes Risiko und erscheint zudem finanziell nicht unbedingt erstrebenswert. Die finanzielle Unsicherheit hält viele von der Existenzgründung ab. Aber verdienen Selbständige wirklich zu wenig?

Mit den Daten der Mikrozensuserhebung Deutschlang hat das DIW – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin – die Einkommenssituation von Selbständigen untersucht und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen:
Das Einkommen bei Selbständigen weist eine große Bandbreite auf. So bleibt bei Solo-Selbständigen – also dem klassischen Ein-Mann-Unternehmen – das Einkommen deutlich hinter dem Einkommen der Selbständigen mit weiteren abhängig Beschäftigten zurück.

Umgesetzt in Stundenlöhne bedeutet dies:
Das Nettoeinkommen pro Arbeitsstunde beträgt im Mittelwert bei einem Solo-Selbständigen € 14,28, bei Selbständigen mit weiteren Beschäftigten € 17,25 €. Im Gegensatz hierzu können abhängig Beschäftigte nur mit € 11,51 im gleichen Zeitraum rechnen.

Im oberen Perzentil wurde bei den Selbständigen ein Einkommen  von rund € 89 pro Arbeitsstunde erzielt, gegenüber dem abhängig Beschäftigen von €42,19.

Die große Spannweite innerhalb der Selbständigen-Einkommen fällt allerdings ins Auge. So erzielten 18% der Solo-Selbständigen sowie 10% der Selbständigen mit Beschäftigten im Jahr 2009 weniger als € 5,-- pro Stunde. Allerdings mussten sich auch 10% der abhängig Beschäftigten mit weniger als € 5,-- zufrieden geben. Das Einkommen von rund 42.000 der Selbständigen liegt gar im Cent-Bereich. Derartig geringe Einkünfte treten bei abhängig Beschäftigten nicht auf.

Letztendlich zeigt die Auswertung, dass das Einkommen bei Selbständigen eine wesentlich stärkere Streuung aufweist als das Einkommen bei abhängig Beschäftigten. Besonders deutlich wird dies wenn man die Ränder der Einkommensverteilung betrachtet. Es gibt sowohl Selbständige, die am Existenzminimum leben, als auch solche, die sehr viel wohlhabender sind als vergleichbar abhängig Beschäftigte. Es zeigt aber auch, dass gerade Solo-Selbständige ein noch höheres Einkommensrisiko haben als Selbständige mit weiteren Beschäftigten.

Lesen Sie den ganzen Artikel auf:

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.496888.de/15-7-4.pdf


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