02.02.2013
17:54

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 3

Leitsatz 3

Leistung anerkennen

   Für die meisten Unternehmer ist die Aufforderung, die Leistung ihrer Mitarbeiter anzuerkennen gleich bedeutend mit der Aufforderung nach einer Gehaltserhöhung. Allein aus diesem Grund erfolgt die Leistungsanerkennung nur in sehr wenigen mittelständischen Betrieben, da man logischerweise die Kosten nicht unnötig aufblähen will.

Allerdings haben wissenschaftliche Studien mehrfach belegt, dass der Mensch nicht nur nach Geld strebt. Vielmehr ist ihm die soziale und öffentliche Anerkennung in seinem gewohnten Umfeld um ein Vielfaches wichtiger. Auch und gerade daher am Arbeitsplatz. Lob und Anerkennung zur rechten Zeit können wesentlich effektiver sein als eine Gehalterhöhung oder einmalige Bonuszahlung, die schnell auch wieder in Vergessenheit gerät. Fehlen Lob und Anerkennung, droht „Dienst nach Vorschrift“ mit der Folge, dass ein Unternehmen richtig Geld verliert.

Im Rahmen unserer langjährigen beruflichen Tätigkeit haben wir immer wieder Führungskräfte erlebt, die bei der Mitarbeitermotivation nach dem Motto handelten „wenn ich den Mitarbeiter nicht zusammenfalte, kann er davon ausgehen, dass ich mit seiner Arbeit zufrieden bin“.  Von uns durchgeführte Mitarbeiterbefragungen bestätigen, dass dies in Betrieben kein Einzelfall ist. Gerade auch die fränkische Mentalität ist besonders sparsam mit Lob und Anerkennung. Des Frankens höchstes Lob heißt „passd scho“!  In unserem Landstrich gilt es daher besonders, sich diesem Thema bewusst zu stellen.

Selbst über viele Jahre in unterschiedlichen Führungspositionen tätig, hat es sich aus unserer Sicht als grundlegende Einstellung bewährt, jeden Mitarbeiter so zu behandeln, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte. Diese „Wertschätzung“ steht jedem Mitarbeiter zu. Zum Thema Wertschätzung gehört auch ein Mindestmaß an Freundlichkeit und höflichem Umgangston. Es sollte nicht schwer fallen, eine Handlungsanweisung mit dem Wort „bitte“ zu versehen oder als Chef zu Beginn des Arbeitstages ein freundliches „Guten Morgen“ zu wünschen.

Anerkennung geht über Wertschätzung hinaus. Sie ist die Vorstufe zum eigentlichen Lob. Anerkennung sollte ein Unternehmer für die „normale“ geleistete Arbeit erteilen. Sie ist immer dann angebracht, wenn gute Arbeit geleistet wird, ohne dabei besonders herausragend zu sein. Anerkennung würdigt die Arbeitsleistung bei „Normalbetrieb“ und sollte daher regelmäßig erfolgen. Bedanken Sie sich z.B. bei Ihrer Assistentin, dass sie Ihnen täglich den Rücken freihält. Bedanken Sie sich bei Ihrem Arbeiter, dass er die Aufgabe für Sie erledigt hat.

Das Lob geht einen ganzen Schritt über die regelmäßige Anerkennung hinaus und sollte wohldosiert, zur richtigen Zeit und gut formuliert erfolgen. Es ist die Würdigung besonderer, außergewöhnlicher Leistungen, die so nicht zu erwarten sind oder waren.

Voraussetzung für diese Art der Mitarbeitermotivation ist es, dass jeder im Betrieb die erwartete „Normalleistung“ kennt. Der Unternehmer und Chef ist daher gefordert, für die vorhandenen Arbeitsplätze Stellenbeschreibungen zu haben. Im eigenen Interesse, im Interesse des Unternehmens, der Kunden und auch der Lieferanten ist er gehalten, seinen Mitarbeitern seine Erwartungen an sie und die geforderte Arbeitsleistung klar und konkret zu definieren.

„Gute Arbeit wird durch ein stärkendes Umfeld gefördert. Würdelose Behandlung untergräbt sie.“   Else Pannek

 

Leitsatz 4    

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Tags: führungsleitsatz, sperberscholz, mitarbeiter, motivation, leistung anerkennen
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