10.02.2013
18:28

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 4

Fehler zulassen

Fehler zulassen

Fehler passieren, überall und in jedem Unternehmen. Aber der Umgang mit Fehlern ist in den einzelnen Unternehmen sehr unterschiedlich. Immer häufiger finden sich in jedoch in Führungsgrundsätzen Formulierungen in die Richtung, dass Fehler gemacht werden dürfen. Die Unternehmen glauben sich hier als besonders progressiv und zeitgemäß darstellen zu können. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Fehler sollen grundsätzlich immer vermieden werden. Aber es ist ein Unterschied, wie das Management mit Fehlern umgeht, wenn sie doch einmal passieren.

Fehler werden immer vorkommen, mit und ohne Computer. Somit sollte im Unternehmen eine positive Kultur im Umgang mit Fehlern durch die Geschäftsführung gepflegt werden. Fehler dürfen nicht sofort drastische Sanktionen nach sich ziehen oder gar in jedem Fall den Arbeitsplatz kosten. Es gilt, die Mitarbeiter anzuhalten, Fehler einzugestehen und konstruktiv die Ursachen hierfür zu ermitteln. Fehler können passieren, manchmal sind sie sogar wichtig für die Entwicklung, aber immer nur unter der Voraussetzung, aus ihnen zu lernen. Die Ursachen für Fehler müssen erkannt und gebannt werden.

Die oberste Maxime im Unternehmen ist daher: Fehler sind zu vermeiden. Ausgehend von diesem Leitsatz ist zu differenzieren:

Anfänger dürfen Fehler machen. „Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen“, spricht der Volksmund. Ausbildung und Training haben langfristig aber nur ein Ziel: künftig die Wahrscheinlichkeit für Fehler zu reduzieren.

Es ist immer mit Fehlern zu rechnen. Auch „gestandene“ Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung machen Fehler. Wichtig ist, dass im Unternehmen dann eine konstruktive Art und Weise im Umgang herrscht. Der Mitarbeiter muss offen und ehrlich über den Fehler mit dem Chef reden können. Probleme entstehen spätestens dann, wenn aus Angst und Verzweiflung der Fehler verheimlicht oder sogar vertuscht wird. Je schneller ein Fehler zugegeben und aufgedeckt wird, desto geringer ist der Schaden. Ein guter Unternehmer richtet in diesem Moment den Blick nach vorne, sucht eine für alle Seiten vertretbare Lösung und akzeptiert, dass der Fehler passiert ist. Nun sind die Folgen daraus zu minimieren und der Schaden gering zu halten.

Allerdings gibt es Fehler, die dürfen generell nicht passieren, da sie für den Einzelnen oder für das Unternehmen existenzbedrohend sind. Denken Sie z.B. an einen Operationssaal im Krankenhaus oder an die Aufgabenstellung an einen Flugkapitän. In jeder Organisation gibt es Dinge, die nicht passieren dürfen. Im Kreditinstitut ist es die Verletzung des Bankgeheimnisses, beim Arzt die Verletzung der Schweigepflicht. Und trotzdem: auch diese Fehler passieren.

Unternehmen, die konstruktiv mit Fehlern umgehen, erreichen ihre Ziele schneller und erwirtschaften in aller Regel bessere Renditen. Und nicht immer ist ein Fehler ein Zeichen von Unfähigkeit: häufig zeigt ein Fehler auch, dass versucht wurde, einen neuen Weg zu gehen. Von der Innovation lebt ein Unternehmen.


„Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher, als unsere Erfolge“  (Henry Ford)


                                                                                          Leitsatz 5    

 

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Tags: führungsleitsatz, sperberscholz, mitarbeiter, motivation, fehler zulassen
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