17.02.2013
20:12

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 5

Konsequent handeln

      Wer kennt es nicht aus eigener Erfahrung: Alle Tätigkeiten, die lästig erscheinen, werden möglichst weit nach hinten geschoben oder der Versuch unternommen, sie überhaupt erst nicht auszuführen. Erst wenn es kein Entrinnen mehr gibt, wird die Sache angegangen, aber auch nur langsam und eher zögerlich, vielleicht auch nur halbherzig. Die Ausprägung ist selbstverständlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber dem Grunde nach neigen wir alle mehr oder weniger  dazu, uns unangenehme Dinge auf die lange Bank zu schieben. Erst wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt, weil Konsequenzen – gleich welcher Art – im Raum stehen, gehen wir die Sache an. 

Wenn also Mitarbeiter die Anweisungen des Unternehmers nicht oder nur unzureichend befolgen, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass sein Verhalten nicht konsequent genug ist.

Immer wieder kommt uns der Satz zu Ohren: „Bevor ich es drei Mal erkläre und es dann doch falsch gemacht wird, mache ich es lieber selbst“. Dies ist selbstverständlich eine Lösungsmöglichkeit, die zum gewünschten Ziel führt, aber „sicherlich nicht der eigentliche Zweck der Übung“.

Anweisungen des Unternehmers sind im vorgegebenen Zeitrahmen und im gewünschten Umfang vollständig und ordnungsgemäß auszuführen. Wenn der Unternehmer sich beim Mitarbeiter nicht über den Stand der Arbeit erkundigt und sich den Ablauf und die Umsetzung nicht zeigen lässt, braucht er sich nicht zu wundern, wenn nach Zeitablauf nichts geschehen ist. Denn Ausflüchte, warum der Mitarbeiter an der Umsetzung gehindert wurde, sind schnell bei der Hand. Ein  Unternehmer, der nicht nachfragt, nicht kontrolliert und Resultate überprüft, wird von den Mitarbeitern nicht ernst genommen. Sehr schnell wird von der Belegschaft dann der bequemste Weg eingeschlagen und den Anweisung nicht – oder wenn überhaupt – nur ungenügend nachgekommen.

Ist dagegen jedem bekannt, dass der Chef immer konsequent nachfragt und eine stichprobenartige Kontrolle stattfindet, ist es sicher, dass den Anweisungen Folge geleistet wird. Sehr schnell werden die Mitarbeiter registrieren, dass es dem Unternehmer ernst ist mit seinen Anordnungen und sie werden ihr Verhalten darauf einstellen. Reden und Handeln harmonieren miteinander. Nur, wenn wir tun, was wir sagen, können in der Konsequenz – also in der Folge – auch die gewünschten Erfolge erzielt werden.

Aufgabe des Unternehmers ist es nicht, die Arbeit letztlich selbst auszuführen, sondern störende Ursachen zu beseitigen und den Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, dass er die gewünschte Tätigkeit im geforderten Umfang durchführen kann. Ist ihm dies dann weiterhin nicht möglich, sollte auch hier ein konsequentes Verhalten an den Tag gelegt werden.

Führen bedeutet auch, wiederholtes Fehlverhalten zu ahnden. Dies bedeutet für den Unternehmer aber dann auch zumindest ein oder mehrere wahrscheinlich unangenehme Gespräche zwischen ihm und dem Mitarbeiter      . . .  aber dem Grunde nach neigen wir alle mehr oder weniger dazu, uns unangenehme Dinge auf die lange Bank zu schieben. Dann ist es doch einfacher, die Arbeit wieder selbst zu erledigen.

„Das einzige, was ich konsequent durchziehe, ist meine ewige Inkonsequenz.“  (Oscar Wilde)

                                                               
              Leitsatz 6  

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Tags: führungsleitsatz, sperberscholz, mitarbeiter, motivation, konsequent handeln
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