17.03.2013
16:34

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 9

SperberScholz - die Unternehmenslotsen

Verantwortung delegieren

So mancher Unternehmer neigt dazu, seine Mitarbeiter permanent zu kontrollieren, zu verbessern oder die Aufgaben gleich selbst zu erledigen. „Bevor ich es jemandem lang und breit erklären muss, kann ich es auch gleich selber machen“ lautet die Aussage vieler Unternehmer, die nicht delegieren können oder wollen. Ein ungezügelter Kontrollzwang führt bei Mitarbeitern zu Frust und lähmt die Eigeninitiative. Das Delegieren von Aufgaben erfordert beim Unternehmer Mut und Vertrauen und die Bereitschaft, entstehende Fehler zu Beginn zu akzeptieren.

Im Sport loben wir derartige Eigenschaften bei einem Trainer. So ist es Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, gelungen mit einer sehr jungen, unerfahrenen Mannschaft zwei Mal hintereinander deutscher Meister zu werden und den DFB-Pokal zu gewinnen. Er hat seinem Team den Rücken gestärkt, obwohl die jungen Spieler zu Beginn viele Fehler machten und alles andere als meisterlich spielten. Nun – es blieb ihm auch nicht viel anderes übrig, denn in der Bundesliga kann der Trainer nicht selbst spielen und die Tore schießen.

In der betrieblichen Praxis gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen sieht sich der Chef allerdings häufig als Spielertrainer. Er ist der Meinung, alles und jedes selbst in die Hand nehmen zu müssen, um den Überblick und die Kontrolle zu behalten. Viele sind der Meinung, „ohne mich läuft hier gar nichts!“ Schließlich macht ihm weder im know-how als auch in der Erfahrung keiner etwas vor.

Lassen wir das Thema Selbst- und Fremdeinschätzung an diesem Punkt einmal außer Acht. In Sachen Mitarbeiterführung ist dies auf jeden Fall der eindeutig falsche Ansatz. In dem Moment, in dem der Unternehmer die Entscheidung für die Beschäftigung von Mitarbeitern getroffen hat, hat er sich auch entschieden, Aufgaben abzugeben. Wenn die Entscheidung für die Übertragung von Aufgaben auf eine andere Person stattgefunden hat, macht es keinerlei Sinn mehr, sich minütlich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.

Wikipedia definiert Delegieren als „die Weitergabe einer Teilaufgabe und der dafür notwendigen Handlungskompetenz von einem Vorgesetzten an einen Mitarbeiter mit dem Ziel, sich zu entlasten."  Als Unternehmer sollten Sie sich hierbei zunächst einmal klar machen, dass zu Beginn sicherlich die Ausführung der Tätigkeit einen längeren Zeitraum benötigt, als wenn Sie diese Tätigkeit selbst erledigt hätten. Am Anfang steht immer ein entsprechender Aufwand für Einarbeitung und Qualifizierung. Vielleicht entstehen auch Fehler und die Qualität ist nicht sofort in dem Umfang vorhanden, wie sie letztlich gewünscht wird. Allerdings bietet die Delegation für Sie auf lange Sicht eindeutige Vorteile: Sie schaffen sich Freiräume für andere Tätigkeiten, erhöhen insgesamt die Produktivität im Unternehmen und somit letztlich den Gewinn.

Es geht aber nicht nur um die Übertragung der Ausführung einer Tätigkeit, sondern damit verbunden auch um die Übertragung der erforderlichen „Handlungskompetenz“!
Übertragen Sie zusammen mit der Zuständigkeit auch die Verantwortung für die Aufgabe und geben Sie den notwendigen Entscheidungsspielraum und den Kompetenzrahmen an Hand. Grundsätzlich sollte der Mitarbeiter bei der Entscheidung für den Lösungsweg freie Hand haben. Voraussetzung ist auch, dass er alle notwendigen Informationen erhält. Legen Sie fixe Berichtstermine fest – denn die Verantwortung für die Kontrolle bleibt selbstverständlich beim Unternehmer. Im Unternehmen ist es auch ein bisschen wie in der Bundesliga: die Tore muss nicht der Trainer schießen, den Erfolg des Teams darf er gerne auch für sich beanspruchen.


"Wer seiner Führungsrolle gerecht werden will, muss genug Vernunft besitzen, um die Aufgaben den richtigen Leuten zu übertragen, und genügend Selbstdisziplin, um ihnen nicht ins Handwerk zu pfuschen."  Theodore Roosevelt, amerik. Präsident

                                                                               Leitsatz 10

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Tags: führungsleitsatz, sperberscholz, mitarbeitermotivation, verantwortung, delegieren
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