24.03.2013
15:59

Führungsleitsätze für Unternehmer - Leitsatz 10

Feedback geben

Feedback geben ist eines der wichtigsten Führungsinstrumente. Eine konstruktive Rückmeldung über die Zusammenarbeit steigert die Arbeitsmotivation, fördert die Weiterentwicklung der Teammitglieder und sorgt für ein positives Betriebsklima. Jedoch nur wenige Unternehmer wissen, wie sie ihren Mitarbeitern ein konstruktives Feedback geben können, ohne sie gleich zu vergraulen.  So ist es nicht verwunderlich, dass viele Mitarbeiter Angst vor dem Gespräch mit dem Chef haben.

Entscheidend für den Erfolg des Gespräches ist die Art und Weise der Kommunikation. Eine Studie der Universität Erlangen zu diesem Thema hat heraus gefunden, dass Mitarbeiter ein Gespräch dann als positiv bewerten, wenn ihnen selbst Raum für die eigene Meinungsäußerung eingeräumt wird und sie eigene Themen und Inhalte einbringen können. Endet das Gespräch allerdings als Monolog des Vorgesetzten, fühlen sie sich eingeschüchtert und ausgeliefert.

Feedback an den Mitarbeiter sollte regelmäßig erfolgen, jedoch mindestens einmal im Jahr in einem konkreten Gespräch zwischen dem Arbeitnehmer und dem Unternehmer. Für ein derartiges Gespräch ist genügend Zeit einzuplanen und es ist in einer störungsfreien Umgebung durchzuführen. Es dient dazu, die Motivation zu steigern und fehlerhafte Verhaltensweisen zu korrigieren. Reflektiert wird die Wirkung des Verhaltens auf den Gesprächspartner. Feedback geben ist keine einseitige Kommunikation. Gute Unternehmer haben dies erkannt und lassen daher auch eine Rückmeldung über ihr eigenes Führungsverhalten zu.

Egal ob Unternehmer oder Mitarbeiter: wichtig ist die Vorbereitung auf dieses Gespräch. Beide sollten sich hier besser kennen lernen und erkennen, wie ihr Verhalten auf andere wirkt. Im Gespräch sollte klar gemacht werden, worauf es in der Zusammenarbeit ankommt. Dabei sollte es nie zu Anschuldigungen und persönlichen Angriffen kommen. Die Kommunikation erfolgt sachlich. Bei Kritikpunkten ist es hilfreich, eine konkrete Situation zu schildern, in der das Verhalten gezeigt wurde. Manche Unternehmer missverstehen die Funktion des „Jahresgesprächs“ und konfrontieren den Mitarbeiter mit der aufgestauten negativen Kritik des letzten Jahres. Daher gilt die Regel, dass bei entscheidendem Fehlverhalten eine akute Situation immer im Rahmen eines Kritik- oder Konfliktgespräches zeitnah besprochen wird – und zwar unter vier Augen.

Im Jahresgespräch stehen drei Themen im Vordergrund: das Verhalten des Mitarbeiters, seine Entwicklungsmöglichkeiten und das Arbeitsumfeld. Der Unternehmer soll hierbei sog. harte und weiche Faktoren bewerten, also die fachliche und die menschliche Eignung. Auch sollte über die Arbeitsleistung und den Arbeitsumfang gesprochen werden. Fragen zum persönlichen und privaten Umfeld des Angestellten sind tabu, es sei denn, der Mitarbeiter signalisiert deutlich, dass er einverstanden ist, darüber zu reden. Es ist eine Frage des Arbeitsklimas und des Vertrauensverhältnisses.

Ein Mitarbeiter hat das Recht, regelmäßig zu erfahren, was sein Chef über ihn denkt und wie seine Arbeitsleistung bewertet wird. Nur so ist es ihm auch möglich, sich zu verbessern und ein mögliches Fehlverhalten zu korrigieren. Hilfreich sowohl für den Unternehmer als auch für den Mitarbeiter sind Stellenbeschreibungen, in denen klar das Aufgabengebiet und das erwartete Verhalten an den Stelleninhaber schriftlich aufgeführt sind. Das Gespräch sollte in jedem Fall mit einer konkreten Vereinbarung enden, in der festgelegt wird, welche Ziele angestrebt werden  und vor allem mit welchen Maßnahmen und in welchem Zeitrahmen die besprochenen Veränderungen herbeigeführt werden.

„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg, dt. Schriftsteller und Physiker

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Tags: führungsleitsätze, sperberscholz, feedback, mitarbeitermotiviation
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