Verdienen Selbständige genug?

Selbständig machen oder doch im Angestelltenverhältnis bleiben? Der Schritt in die Selbständigkeit birgt für viele Menschen noch immer ein hohes Risiko und erscheint zudem finanziell nicht unbedingt erstrebenswert. Die finanzielle Unsicherheit hält viele von der Existenzgründung ab. Aber verdienen Selbständige wirklich zu wenig?

Mit den Daten der Mikrozensuserhebung Deutschlang hat das DIW – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin – die Einkommenssituation von Selbständigen untersucht und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen:
Das Einkommen bei Selbständigen weist eine große Bandbreite auf. So bleibt bei Solo-Selbständigen – also dem klassischen Ein-Mann-Unternehmen – das Einkommen deutlich hinter dem Einkommen der Selbständigen mit weiteren abhängig Beschäftigten zurück.

Umgesetzt in Stundenlöhne bedeutet dies:
Das Nettoeinkommen pro Arbeitsstunde beträgt im Mittelwert bei einem Solo-Selbständigen € 14,28, bei Selbständigen mit weiteren Beschäftigten € 17,25 €. Im Gegensatz hierzu können abhängig Beschäftigte nur mit € 11,51 im gleichen Zeitraum rechnen.

Im oberen Perzentil wurde bei den Selbständigen ein Einkommen  von rund € 89 pro Arbeitsstunde erzielt, gegenüber dem abhängig Beschäftigen von €42,19.

Die große Spannweite innerhalb der Selbständigen-Einkommen fällt allerdings ins Auge. So erzielten 18% der Solo-Selbständigen sowie 10% der Selbständigen mit Beschäftigten im Jahr 2009 weniger als € 5,-- pro Stunde. Allerdings mussten sich auch 10% der abhängig Beschäftigten mit weniger als € 5,-- zufrieden geben. Das Einkommen von rund 42.000 der Selbständigen liegt gar im Cent-Bereich. Derartig geringe Einkünfte treten bei abhängig Beschäftigten nicht auf.

Letztendlich zeigt die Auswertung, dass das Einkommen bei Selbständigen eine wesentlich stärkere Streuung aufweist als das Einkommen bei abhängig Beschäftigten. Besonders deutlich wird dies wenn man die Ränder der Einkommensverteilung betrachtet. Es gibt sowohl Selbständige, die am Existenzminimum leben, als auch solche, die sehr viel wohlhabender sind als vergleichbar abhängig Beschäftigte. Es zeigt aber auch, dass gerade Solo-Selbständige ein noch höheres Einkommensrisiko haben als Selbständige mit weiteren Beschäftigten.

Lesen Sie den ganzen Artikel auf:

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.496888.de/15-7-4.pdf


weiterleitenPermalinkTrackback-Link
Tags: selbständige, einkommen, beschäftigte, sperberscholz
Views: 1724
  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Mein Kommentar

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.

Zurück